Wie funktioniert ein Fernstudium?

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Wie funktioniert ein Fernstudium?

Ein Fernstudium zu absolvieren, ist schon eine feine Sache: Als Fernstudent braucht man nicht quer durch die ganze Stadt (oder überhaupt erst einmal zum Studienort) zu fahren, um in einem womöglich überfüllten Hörsaal langweilige Vorlesungen über sich ergehen lassen zu müssen.

Stattdessen kann man lernen, wann, wo und wie man selbst es möchte und auch am besten kann. Früher bekamen Fernstudenten dicke Packen Papier nach Hause geschickt, die sie durchzuarbeiten hatten – der modernen Technik sei Dank braucht es heute nur einen Laptop, einen Hotspot und schon lässt es sich bequem zu Hause am Schreibtisch oder in einem gemütlichen Café arbeiten.

 

Verschiedene Formen des Fernstudiums

 

Doch Fernstudium ist nicht gleich Fernstudium. Je nachdem, für welches Institut bzw. welche Hochschule man sich entscheidet, wird man mit unterschiedlichen Formen des Fernstudierens konfrontiert. Viele Fernstudiengänge bzw. Weiterbildungen kombinieren das System der postalisch zugeschickten Studienbriefe mit zusätzlichen, online abrufbaren Lehrmaterialien sowie die Möglichkeit, sich auf einem Online Campus mit Kommilitonen und Dozenten auszutauschen. Waren frühere Fernstudenten oftmals gänzlich auf sich allein gestellt, so ermöglichen heute soziale Netzwerke die direkte Kommunikation untereinander.

Relativ neu, aber auf dem Vormarsch sind die sogenannten Online-Studiengänge, die gänzlich auf papierene Studienunterlagen verzichten. Stattdessen werden sämtliche Unterlagen online zur Verfügung gestellt. Dies hat den großen Vorteil, dass man das gewünschte Material jederzeit herunterladen und von überall aus bearbeiten kann. Ebenfalls vermehrt angeboten werden sogenannte Webinare oder Onlineseminare. Dabei handelt es sich um Vorlesungen bzw. Seminare, die allerdings nicht in einem Hörsaal, sondern virtuell stattfinden. Onlinestudiengänge sind übrigens erheblich günstiger als reguläre Fernstudiengänge.

 

Anteil an Präsenzzeiten

 

In vielen Fernstudiengängen gehören Präsenzseminare einfach dazu. Wie oft ein solches Seminar stattfindet und ob die Teilnahme obligatorisch oder fakultativ ist, unterscheidet sich von Studiengang zu Studiengang. Jede Hochschule sowie auch jedes Institut legt individuell in seinen Studienordnungen fest, welche und wie viele Präsenzseminare in welcher Länge absolviert werden müssen bzw. können. Meist gibt es die Möglichkeit, stattdessen ein Onlineseminar zu wählen. Immer obligatorisch ist allerdings die Teilnahme an Klausuren oder Prüfungen, die stets vor Ort – d. h. in einem Regionalzentrum oder auf dem Campus der Hochschule selbst – unter Aufsicht abgenommen werden. Eine Sonderform im Hinblick auf Fernstudiengänge sind viele berufsbegleitende Fernstudiengänge, die meist recht hohe Präsenzzeiten – ein Wochenende pro Monat oder eine Woche zum Semesterende – vorschreiben.

 

Alltag eines Fernstudenten

 

Je nach gewähltem Fernstudiengang bzw. Fernkurs müssen Teilnehmer eine wöchentliche Bearbeitungszeit zwischen etwa 10 und 40 Stunden einplanen. Ein durchschnittliches Teilzeitstudium zum Bachelor of Laws wird mit etwa 15 bis 20 Stunden Lernzeit pro Woche veranschlagt, ein Weiterbildungskurs im Steuerrecht mit etwa 10 Stunden. Es ist sinnvoll, sich einen realistischen Studienplan zu setzen, um die geforderten Inhalte rechtzeitig zu bearbeiten. Realistisch bedeutet in diesem Zusammenhang, dass ein Vollzeitstudium in Kombination mit einer Vollzeit-Berufstätigkeit sehr wahrscheinlich schon nach kurzer Zeit wegen Überlastung abgebrochen wird.

Wer ein Fernstudium erfolgreich absolvieren möchte, muss sich regelmäßig immer wieder selbst motivieren können – selbst wenn man keine Lust hat, sich trotzdem an die Bücher setzen. Allerdings kann man sich den Lernstoff freier aussuchen: Wenn Lineare Algebra eben heute absolut nicht in den Kopf gehen will, dann kann man sich alternativ mit einem anderen Fach beschäftigen. Bei den meisten Fernstudiengängen müssen übrigens regelmäßig Einsendeaufgaben bearbeitet werden, die nach einigen Wochen korrigiert zurück geschickt werden. Anhand dieser lässt sich ganz leicht der eigene Fortschritt messen.